Bioidentische Hormone

Die Hormonersatztherapie auf natürlicher Basis

Natürlicher Hormonausgleich mit bioidentischen Hormonen

Was sind bioidentische Hormone?

Bioidentische Hormone sind natürliche Hormone, die in ihrer molekularen Struktur mit den körpereigenen Hormonen identisch sind. Im Gegensatz zu synthetischen Hormonpräparaten verfügen bioidentische Hormone über exakt dieselbe biochemische Zusammensetzung wie die Hormone, die unser Körper selbst produziert. In der Praxis für Integrative Medizin in München von Dr. Birgit Herrmann bringen wir ausschließlich bioidentische Hormone zum Einsatz.

Bedeutung der Hormone für den Körper

Hormone beeinflussen unseren Gehirnstoffwechsel und demzufolge unsere kognitiven Fähigkeiten, unser Immunsystem, unseren Energiehaushalt sowie den Fettstoffwechsel. Dazu können sie vor vielen Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und bösartigen Erkrankungen schützen. Durch das Absinken der Hormonspiegel wird generell der Alterungsprozess auf Zellebene beschleunigt. Weswegen die hormonelle Balance ein wesentlicher Aspekt für Longevity ist.

Bioidentische vs. synthetische Hormone

Der entscheidende Unterschied

Bioidentische Hormone sind in ihrer molekularen Struktur mit den körpereigenen Hormonen identisch. Der aus der mexikanischen wilden Yamswurzel gewonnene Wirkstoff Diosgenin erfüllt diesbezüglich sämtliche Kriterien. Diese natürlichen Hormone verursachen bei richtiger Dosierung keinerlei Nebenwirkungen.

Im Vergleich dazu verfügen synthetische Hormone über eine chemisch veränderte Molekülstruktur und sind daher Medikamente mit hormonartiger Wirkung. Teilweise verursachen sie erhebliche Nebenwirkungen, da der Körper sie als Fremdkörper erkennt und entsprechend reagiert.

Ergänzen, was fehlt

Einsatzbereiche der bioidentischen Hormone

Die Anwendungsgebiete der bioidentischen Hormontherapie erstrecken sich weit über die klassischen Wechseljahresbeschwerden mit ihren Hitzewallungen hinaus. Da Hormone als chemische Botenstoffe nahezu alle Körperfunktionen beeinflussen, können hormonelle Dysbalancen zu einer Vielzahl von Beschwerden führen:

  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen
  • Übergewicht

  • Schlafstörungen

  • Haarausfall
  • PMS
  • Wiederkehrende Infekte

  • Chronische Müdigkeit
Hitzewallung Wechseljahre

Die wichtigsten bioidentischen Hormone

Hormone als feine Botenstoffe, die jede Funktion unseres Körpers steuern: Energie, Schlaf, Stimmung, Stoffwechsel, Libido, Haut und Knochengesundheit. Gerät dieses sensible System aus dem Gleichgewicht – etwa in den Wechseljahren, bei Stress oder mit zunehmendem Alter – entstehen vielfältige Beschwerden.

Mit einer individuell abgestimmten Hormon­ersatztherapie helfen wir, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Östrogen, Progesteron, Testosteron, DHEA, Cortisol und Schilddrüsenhormone. Sie beeinflussen maßgeblich, wie vital, belastbar und ausgeglichen wir uns fühlen.

Cortisol ist das wichtigste Stresshormon des Körpers und wird in der Nebennierenrinde produziert. Es folgt einem natürlichen Tagesrhythmus (circadiane Rhythmik) mit den höchsten Werten am Morgen und den niedrigsten am Abend.

Die lebensnotwendigen Funktionen von Cortisol

Cortisol ist essentiell für das Überleben – es mobilisiert Energie in Stresssituationen, reguliert den Blutzucker, hat entzündungshemmende Eigenschaften und beeinflusst das Immunsystem. Es hilft dem Körper, auf akute Bedrohungen zu reagieren und die Homöostase (inneres Gleichgewicht) aufrechtzuerhalten.

Wenn Cortisol zum Problem wird – Die Verbindung zur Stressmedizin

Chronisch erhöhte Cortisol-Spiegel, wie sie bei dauerhaftem Stress auftreten, können verheerende Auswirkungen haben. Das permanente „Alarmsignal“ stört andere Hormonsysteme und kann zu einer Kaskade von Gesundheitsproblemen führen:

  • Störung der Sexualhormone: Chronisch hohes Cortisol unterdrückt die Produktion von Testosteron, Östrogenen und Progesteron
  • Schilddrüsendysfunktion: Cortisol kann die Umwandlung von T4 zu T3 beeinträchtigen
  • Insulinresistenz: Führt zu erhöhten Blutzuckerwerten und Diabetes-Risiko
  • Immunsuppression: Schwächt die Infektabwehr und fördert Entzündungen
  • Neurologische Auswirkungen: Kann zu Gedächtnisproblemen, Depressionen und Angststörungen führen

Die moderne Stressmedizin erkennt Cortisol-Dysregulation als zentralen Faktor vieler chronischer Erkrankungen. Die bioidentische Hormontherapie arbeitet hier oft mit adaptogenen Substanzen und Entspannungstechniken, um das Cortisol-System wieder zu regulieren.

DHEA ist ein Steroidhormon, das überwiegend in der Nebennierenrinde gebildet wird. In der Jugend erreicht es seine höchste Konzentration, fällt jedoch mit zunehmendem Alter drastisch ab – bei 60-Jährigen liegt der Spiegel oft nur noch bei 10–20 % des Ausgangswerts.

Ein Mangel entsteht nicht nur altersbedingt, sondern auch durch Stress, Rauchen, Übergewicht, falsche Ernährung, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen. Problematisch ist dies, weil DHEA die Vorstufe für viele andere Hormone ist – insbesondere für Testosteron und Östrogen.

DHEA wirkt vielfältig: Es stärkt das Immunsystem, schützt Herz und Gefäße, beugt Osteoporose, Brust- und Prostatakrebs vor, stabilisiert den Zuckerstoffwechsel, unterstützt den Fettabbau, fördert Muskel- und Knochensubstanz und verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Vor der Menopause stellt es den Großteil der Sexualhormone bei Frauen bereit.

In der Substitutionstherapie berichten Patienten von besserem Schlaf, mehr Energie, gesteigerter Libido, stabilerer Stimmung und höherer Stressresistenz. Studien legen zudem nahe, dass ein guter DHEA-Spiegel mit einem deutlich geringeren Risiko für Alzheimer und Parkinson einhergeht.

Eine Therapie erfolgt individuell auf Basis der Blutwerte, die nach einigen Wochen kontrolliert werden. Ziel ist es, einen Spiegel zu erreichen, wie er typischerweise bei 25- bis 30-Jährigen vorliegt.

Das Hormon für guten Schlaf

Melatonin ist ein Hormon, das von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird. Es wird aus dem „Glücks- und Entspannungshormon“ Serotonin hergestellt. Den auslösenden Impuls für die Produktion von Melatonin liefern der Sonnenuntergang und die anschließende Dunkelheit. Dementsprechend wirkt Melatonin direkt auf unseren Biorhythmus. Es regelte unseren Tag-Nacht-Rhythmus, d. h., wann wir schlafen und wann wir aufwachen.

Wie wirkt Melatonin?
Außerdem ist Melatonin in der Lage, die Leistung der Zellorgane und der biochemischen Reaktionen in unserem Körper zu reduzieren. Dadurch sparen wir Energie, und die Lebensdauer unserer Organe verlängert sich. Durch das Absenken der Körpertemperatur um 2 bis 4 Zehntel Grad in der Nacht erzielt Melatonin den eindrucksvollsten Spareffekt. Die Billionen Zellen unseres Körpers arbeiten – gesteuert von Melatonin – langsamer und werden weniger belastet. Im Alter verliert der Körper zunehmend die Fähigkeit, die nächtliche Temperatur zu senken. Durch abendliche Einnahme von Melatonin gelingt es jedoch, die nächtliche Regeneration im Rahmen einer Reduktion der Stoffwechselgeschwindigkeit beizubehalten und dadurch den Alterungsprozess zu mindern.

Melatonin regelt ebenfalls unser Hungergefühl, die Stimmung und die Zellreparatur. Es wirkt daneben als starkes Antioxidans – viel stärker als Vitamin C oder E – und verhindert somit Schäden an unserem Gewebe, die durch freie Radikale verursacht werden. Bereits mit dem Einsetzen der Pubertät beginnt die Melatoninproduktion zu sinken. Ab 50 Jahren schließlich hat sich die Tag-Nacht-Differenz des Melatoninspiegels bereits um 75 % reduziert. Im fortgeschrittenen Alter schließlich ist kein Anstieg von Melatonin in der Nacht mehr festzustellen.

Melatonin gehört zu den wichtigsten Anti-Aging-Hormonen

Es verfügt über eine leistungsstarke, hemmende Wirkung gegenüber vielen Krebsarten, stärkt das Immunsystem, hilft uns, besser zu schlafen, schützt das Gewebe vor freien Radikalen und verlangsamt den Alterungsprozess.

Pregnenolon – das Mutterhormon

Pregnenolon ist der Ausgangsstoff fast aller Steroidhormone und wirkt zugleich als wichtiger Neurotransmitter im Gehirn. Seine Konzentration ist in der Jugend am höchsten, sinkt jedoch ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich – im hohen Alter bleibt oft weniger als die Hälfte erhalten.

Ein Mangel zeigt sich in nachlassender Energie, Gedächtnisschwäche, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Arthritis oder Herzbeschwerden. Mit dem Rückgang von Pregnenolon schwindet spürbar auch die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Die Substitution kann Vitalität, Konzentration und Kreativität deutlich verbessern. Pregnenolon unterstützt klares Denken, steigert die Stressresistenz und wirkt antidepressiv. Es gilt als eines der wirksamsten Hormone zur Förderung von Gedächtnis und Lernfähigkeit und zeigt positive Effekte bei Alzheimer, Depressionen, Stress und Burnout.

Auch für Frauen spielt es eine wichtige Rolle: Pregnenolon stabilisiert die Progesteronproduktion und wirkt regulierend bei Zyklus- und Wechseljahresbeschwerden. In Kombination mit DHEA und Melatonin entfaltet es zudem eine starke Schutzwirkung gegen Stresssymptome und Erschöpfung.

Natürliches Progesteron bei der Frau

Progesteron – das Gelbkörperhormon – wird nach dem Eisprung in den Eierstöcken gebildet und ist entscheidend für die zweite Zyklushälfte. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vor und sorgt für deren Stabilität. Ein Mangel kann Fehlgeburten begünstigen, während die richtige Dosierung Beschwerden wie Übelkeit in der Frühschwangerschaft lindert.

Darüber hinaus unterstützt Progesteron die Neubildung von Knochen, wirkt entspannend und schlaffördernd über die GABA-Rezeptoren und gilt als natürliches Schutz­hormon gegen Brust- und Gebärmutterkrebs. Es steigert die Libido, kann depressive Verstimmungen ausgleichen und senkt das Risiko für Osteoporose.

Problematisch ist, dass hormonelle Verhütungsmittel wie die „Pille“ den Eisprung und damit die körpereigene Progesteronbildung blockieren. Viele junge Frauen leben so unbewusst über Jahre in einem Progesteronmangel – mit typischen Folgen wie Menstruationsbeschwerden, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Endometriose.

Natürliches Progesteron beim Mann

Auch Männer produzieren Progesteron – wenn auch in geringerer Menge. Es wird in den Hoden gebildet, beeinflusst das Nervensystem, die Prostata und das Immunsystem. Ein wesentlicher Effekt liegt in der Regulation des Insulinspiegels: Solange Progesteron ausreichend vorhanden ist, verhindert es Bauchfett, Bluthochdruck und ungünstige Cholesterinwerte.

Sinkt die körpereigene Produktion ab dem 40. Lebensjahr, treten typische Probleme des mittleren Alters auf. Die Substitution von Progesteron kann Gewicht, Blutdruck und Cholesterin senken. Zudem gibt es Hinweise, dass ein ausgeglichenes Verhältnis von Progesteron und Östrogen beim Mann präventiv vor Prostatakrebs schützen könnte – ein Ansatz, der zunehmend wissenschaftlich diskutiert wird.

Schilddrüsenerkrankungen – Unter- und Überfunktion

Die Schilddrüse beeinflusst jede Zelle des Körpers, indem sie die Hormone T3 und T4 bildet. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, entstehen spürbare Beschwerden.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Unterfunktion werden nicht genügend Hormone bereitgestellt – oder T4 wird nicht ausreichend in das aktive T3 umgewandelt. Genau hier liegt ein häufig übersehener Punkt: Viele Patienten haben normale T4-Werte, leiden aber an einem T3-Mangel und damit an einer „unsichtbaren“ Unterfunktion.

Die Symptome sind vielfältig: Gewichtszunahme, trockene Haut, brüchige Nägel, niedrige Körpertemperatur, Haarausfall, Müdigkeit, Gedächtnisprobleme, depressive Verstimmungen und Libidoverlust. Auch Blutzucker- und Cholesterinwerte können steigen, Blutdruckprobleme und Fatigue sind typische Folgen. Bei Frauen verstärkt die Unterfunktion hormonelle Dysbalancen – etwa Progesteronmangel und Östrogendominanz – und kann zu Menstruationsproblemen, Hitzewallungen oder sogar vorzeitiger Menopause führen.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Der Körper läuft dadurch „auf Hochtouren“. Betroffene erleben innere Unruhe, Herzrasen bis hin zu Panikattacken, Gewichtsverlust trotz Heißhunger, starkes Schwitzen oder feines Zittern. Ursache ist häufig ein sogenanntes autonomes Adenom – ein Bereich der Schilddrüse, der sich der Steuerung entzieht. Auch Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto können zur Überfunktion führen.

Natürliches Testosteron bei Männern

Testosteron ist das zentrale männliche Hormon. Ein Mangel zeigt sich oft schleichend: Müdigkeit, Antriebsverlust, depressive Verstimmungen, Libido- und Potenzstörungen, Schlafprobleme, Muskelabbau, Bauchfett und Knochenschwund. Auch Hitzewallungen oder Konzentrationsprobleme können auftreten.

Viele Männer ordnen diese Symptome nicht richtig ein und sprechen sie aus Scham nicht an – besonders wenn es um Sexualität geht. Doch die Lösung ist oft einfach: Eine gezielte Hormontherapie stabilisiert den Testosteronspiegel, verbessert Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit und beugt typischen Alterungserscheinungen vor. Entscheidend sind eine exakte Einstellung und regelmäßige Kontrollen.

Natürliches Testosteron bei Frauen

Auch Frauen brauchen Testosteron – wenn auch in geringerer Menge. Es stärkt Knochen, Muskeln und Herz, schützt vor Alzheimer, unterstützt den Cholesterinabbau und steigert Energie sowie Libido. Zudem ist Testosteron die Vorstufe von Östradiol, dem wichtigsten weiblichen Hormon.

Mit zunehmendem Alter sinkt der Spiegel. Folgen sind nachlassende Muskelkraft, sexuelle Unlust oder Blaseninkontinenz durch Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. Hier kann eine niedrig dosierte Testosterontherapie helfen. Ein Übermaß dagegen führt zu Nebenwirkungen wie Akne, verstärktem Haarwuchs oder Haarausfall. Darum gilt: Balance ist entscheidend – bei Männern wie bei Frauen.

Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone. Zur Gruppe der Östrogene zählen das Östron, das Östradiol und das Östriol, wobei das Östradiol das wichtigste weibliche Geschlechtshormon ist.

Östrogene bei der Frau

Östrogene bewirken z. B. die Reifung der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken, lösen den Eisprung aus und gewährleisten den Transport des Eies durch die Eileiter in die Gebärmutter. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter wächst. Östrogene fördern zudem das Wachstum der Brüste und erhöhen die Schleimproduktion im Gebärmutterhals.

Darüber hinaus zeigen Östrogene eine vielfache Wirkung auf den Stoffwechsel: Sie steigern beispielsweise die Durchblutung, führen zu Einlagerungen von Wasser, fördern die Produktion von Eiweißen, verbessern das Gedächtnis, stabilisieren das Immunsystem und halten die Blutgefäße elastisch. Die Temperaturregelung des Körpers steht ebenfalls in engem Zusammenhang mit ihnen. Östrogene wirken sich ferner positiv auf die Stabilität des Knochensystems und der Gelenke, Sehnen und Muskeln aus.

Östrogenproduktion im Körper der Frau

Die meisten Frauen bilden lebenslang Östrogene, denn diese werden außer in den Eierstöcken auch von Hautzellen, Fettzellen und den Nebennieren produziert. Mittlerweile weiß man auch, dass Fettgewebe – speziell das Bauchfett – hormonaktiv ist und fleißig für Östrogennachschub sorgt. Östrogene müssen deshalb nicht zwangsläufig ersetzt werden. Problematisch ist in gewissen Lebensphasen viel eher eine sogenannte Östrogendominanz im Körper.

Östrogendominanz

Zu Beginn der Wechseljahre ist die Östrogendominanz (= Progesteronmangel) das hauptsächliche Problem. Sie bringt vielfältige Beschwerdebilder mit sich, wie Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Depressivität, Brustspannen (Mastopathie), Blutdruckschwankungen, Immunschwäche, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, geschwollene Beine, Heißhunger auf Süßes, trockene Schleimhäute, mangelnde Libido etc. Diese Phase des sinkenden Progesteronspiegels und der zunehmenden (relativen) Östrogendominanz kann schon mit Mitte 30 beginnen, wenn die meisten Frauen noch gar nicht an die Wechseljahre denken.

Grundsätzlich wirken sich Östrogene natürlich positiv auf den Körper aus. Sie fördern den zerebralen Blutfluss sowie das Wachstum von Nervenzellen und verbessern die Zellverbindungen im Gehirn. Außerdem schützen sie uns vor freien Radikalen. Ferner können sie die Aktivität des Neurotransmitters Serotonin erhöhen und die Wirkung von Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs) oder von 5-HTP verstärken.

Einsatz mit Vorsicht

Östradiol ist das Hormon, das sich am stärksten auf das Zellwachstum auswirkt. Deshalb wird dieses Hormon auch in Verbindung gebracht mit der Entstehung von mindestens sechs verschiedenen Tumorarten der Brust, des Gebärmutterhalses, der Vagina, der Eierstöcke und des Dickdarms.

In der Praxis von Dr. Birgit Herrmann setzen wir, falls notwendig, transdermale – also durch die Haut aufgenommene – Östrogene äußerst vorsichtig und sorgsam ein. Auch verabreichen wir sie fast immer in der Kombination mit Progesteron, um die Risiken ihrer Anwendung auszugleichen.

Balance für Frauen und Männer

Bioidentische Hormone

Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Einsatzbereiche nicht nur auf geschlechtsspezifische Probleme beschränken. Sowohl Männer als auch Frauen jeden Alters profitieren von einer optimierten Hormonbalance. Dabei reicht das Spektrum von akuten Beschwerden wie Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen bis hin zu präventiven Ansätzen in der Longevity-Medizin und der Vorbeugung chronischer Erkrankungen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bereiche, in denen ich bioidentische Hormone therapeutisch einsetze – mit zum Teil tiefgreifenden Verbesserungen für Gesundheit und Lebensqualität.

Die Wechseljahre sind ein komplexer Übergang, der weit über die bekannten Hitzewallungen hinausgeht. Der Östradiol-Spiegel fällt um etwa 90%, Progesteron verschwindet fast vollständig, und auch Testosteron nimmt ab. Diese hormonelle Umstellung betrifft nahezu jedes Organsystem.

Die vasomotorischen Symptome wie Hitzewallungen entstehen durch die instabile Regulation der Körpertemperatur im Hypothalamus. Östradiol-Mangel beeinträchtigt die Neurotransmitter-Balance, was zu den gefürchteten nächtlichen Schweißausbrüchen führt. Bioidentisches Östradiol in physiologischen Dosen kann diese Symptome effektiv lindern, ohne die Risiken synthetischer Hormone.

Die psychischen Veränderungen in den Wechseljahren sind oft schwerwiegender als die körperlichen. Östradiol wirkt als natürlicher Serotonin-Modulator – sein Mangel kann zu Depressionen, Angststörungen und kognitiven Beeinträchtigungen führen. Die Kombination aus bioidentischem Östradiol und Progesteron kann die Stimmung stabilisieren und die geistige Klarheit wiederherstellen.

Die Schilddrüse arbeitet nicht isoliert, sondern ist eng mit anderen Hormonsystemen vernetzt. Östrogene beeinflussen die Schilddrüsenhormon-bindenden Proteine, während Cortisol die Umwandlung von T4 zu T3 hemmen kann. Bei Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich oft eine gleichzeitige Östrogen-Dominanz oder ein Progesteronmangel.
Die bioidentische Hormontherapie berücksichtigt diese Wechselwirkungen und behandelt nicht nur die Schilddrüse isoliert, sondern das gesamte endokrine System. Oft können Schilddrüsenprobleme durch die Optimierung der Sexualhormone und des Cortisol-Spiegels deutlich verbessert werden.

Hormone sind die wichtigsten Regulatoren des Stoffwechsels. Insulinresistenz, oft der Beginn des metabolischen Syndroms, entsteht häufig durch hormonelle Dysbalancen. Cortisol-Excess fördert die Insulinresistenz, während Testosteronmangel die Fettverbrennung hemmt und die Muskelmasse reduziert.
Östrogen-Dominanz, besonders bei gleichzeitigem Progesteronmangel, kann zu Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme führen. Die bioidentische Hormontherapie kann hier durch die Wiederherstellung der hormonellen Balance eine nachhaltige Gewichtsregulation ermöglichen, wo herkömmliche Diäten versagen.

Das Altern ist im Wesentlichen ein hormoneller Prozess. Der altersbedingte Rückgang von Wachstumshormon, DHEA, Sexualhormonen und Schilddrüsenhormonen führt zu den typischen Alterungserscheinungen. Die bioidentische Hormontherapie kann diesen Prozess nicht stoppen, aber deutlich verlangsamen und die Lebensqualität im Alter erheblich verbessern.
Besonders die Kombination aus DHEA und bioidentischen Sexualhormonen zeigt beeindruckende Anti-Aging-Effekte: verbesserte Hautstruktur, erhöhte Muskelmasse, bessere kognitive Funktionen und gesteigerte Energie. Die Therapie muss jedoch individuell angepasst und regelmäßig überwacht werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Der Testosteronmangel bei Männern (Andropause) ist ein schleichender Prozess, der oft über Jahre unentdeckt bleibt. Ab dem 30. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel um etwa 1-2% pro Jahr. Gleichzeitig steigt oft das SHBG (Sex Hormone Binding Globulin), was das verfügbare, freie Testosteron weiter reduziert.

Die Symptome sind vielfältig: nachlassende Energie, Muskelabbau, Gewichtszunahme (besonders am Bauch), verminderte Libido, Schlafstörungen und Stimmungsveränderungen. Viele Männer führen diese Veränderungen fälschlicherweise auf das normale Altern zurück und suchen erst Hilfe, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist.

Die bioidentische Testosteron-Therapie kann diese Symptome effektiv behandeln und die Lebensqualität deutlich verbessern. Wichtig ist dabei die Überwachung der Nebennieren und der Schilddrüse, da diese Systeme eng miteinander vernetzt sind.

Bioidentische Hormone für innere Balance

Eine erfolgreiche bioidentische Hormontherapie erfordert mehr als nur die Gabe von Hormonen. Unser ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt die komplexen Wechselwirkungen zwischen Hormonsystem, Ernährung, Darmgesundheit, mentaler Gesundheit, Stress, Schlaf und Bewegung.

Bioidentische Hormon-Therapie für ein balanciertes Leben

Die Optimierung der Nährstoffversorgung ist fundamental, da viele Vitamine und Mineralstoffe als Co-Faktoren für die Hormonsynthese benötigt werden. Die Darmgesundheit spielt eine zentrale Rolle, da ein gestörtes Mikrobiom die Hormonbalance beeinträchtigen kann. Stressmanagement ist essenziell, da chronischer Stress das gesamte Hormonsystem destabilisiert.

Der Ablauf einer bioidentischen Hormon-Therapie (BHT)

Über einen Speicheltest, den Sie bequem zu Hause durchführen, wird ein Hormon-Profil erstellt. Nur im Speichel können die freien, aktiven Hormone gemessen werden. Im Blut hingegen sind sie an Träger-Proteine gekoppelt.

Zum Ausgleich der hormonellen Dysbalance erhalten Sie speziell für Sie angefertigte Cremes aus der Apotheke. Diese Cremes stellen eine sanfte Alternative zur herkömmlichen HRT (Hormonersatz-Therapie) dar – gut verträglich und ohne Belastung des Leberstoffwechels. Ziel der BHT ist es, alters- udn stressbedingte Defizite mit Hormonen in niedrigster Dosierung auszugleichen.

Die bioidentische Hormontherapie ist keine isolierte Behandlungsmethode. Sie beruht auf einem ganzheitlichen Konzept für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin bei Dr. Birgit Herrmann.